Das leise Piepen der Monitore gehört für mich genauso zum Alltag wie der Moment, in dem Eltern ihr Kind beim Kanguruhen ganz nah bei sich spüren.
Zwischen Hightech-Medizin und diesen stillen Augenblicken voller Nähe arbeite ich jeden Tag als Kinderkrankenschwester auf einer Früh- und Neugeborenen-Überwachungsstation und als Heilpraktikerin.
Hinter jedem Inkubator steht eine Familie. Besonders Mütter leben plötzlich im Drei-Stunden-Rhythmus des Abpumpens. Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und die eigenen Bedürfnisse geraten oft in den Hintergrund. Die Gedanken kreisen unaufhörlich: Wie geht es meinem Kind? Bin ich genug da? Dabei ist gerade jetzt eine sichere Eltern-Kind-Bindung von unschätzbarem Wert.
Als Kinderkrankenschwester erlebe ich täglich, wie unverzichtbar die Schulmedizin ist. Als Heilpraktikerin sehe ich gleichzeitig den ganzen Menschen. Deshalb frage ich nicht nur nach Befunden, sondern auch:
Naturheilkunde kann hier sinnvoll begleiten — nicht als Alternative, sondern als Ergänzung. Atemregulation beim Kanguruhen, eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung oder, je nach individueller Situation, die Unterstützung des Darmmikrobioms nach einer notwendigen Antibiotikatherapie können helfen, die eigenen Ressourcen zu stärken. Oft sind es viele kleine Impulse, die gemeinsam einen Unterschied machen.
Für mich liegt die Zukunft in der Verbindung zwischen Wissenschaft und Menschlichkeit, zwischen Behandlung und Begleitung. Denn wenn wir den Menschen als Ganzes sehen, profitieren am Ende die Kleinsten und ihre Familien.